
Listerien
Listerien sind Krankheitserreger, die vor allem in der Schwangerschaft zu schwerwiegenden Folgen führen können, für die Mutter, aber auch für das Kind. Die Bakterien (wissenschaftlicher Name: Listeria monocytogenes), können die Infektionskrankheit Listeriose auslösen. Der Mensch infiziert sich mit Listerien in erster Linie durch den Verzehr von Rohmilch oder Rohmilchkäse. Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Listeriose meist unerkannt mit unspezifischen Symptomen wie grippeartigem Fieber, Schüttelfrost, Kreuzschmerzen, Rachenentzündung und Lymphknotenschwellung im Hals. Bei immungeschwächten, älteren oder kranken Menschen kann die Erkrankung allerdings sehr plötzlich und heftig auftreten. Dabei kann es zu einer deutlich ausgeprägten Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen; viele Patienten werden rasch verwirrt oder fallen ins Koma. Eine Behandlung der Erkrankung erfolgt mit Antibiotika. Häufig und sehr gefährlich ist die Übertragung der Krankheit von der schwangeren Mutter auf das ungeborene Kind in den letzten Schwangerschaftswochen. Dies kann zu einer Frühgeburt und im schlimmsten Fall zu einer Totgeburt führen. Neugeborene von infizierten Müttern leiden oftmals unter Krämpfen, Erbrechen, Benommenheit, Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand, Hautveränderungen (Geschwüre) und Hirnhautentzündungen. Häufig ist auch die geistige Entwicklung der Kinder gestört. Etwa 30 bis 50 Prozent der infizierten Säuglinge sterben innerhalb weniger Tage nach der Geburt. Aufgrund einer möglichen Krankheitsübertragung sollten Frauen während der Schwangerschaft auf den Verzehr von rohen Produkten tierischen Ursprungs (z.B. Hackfleisch, Rohmilch) verzichten, da diese möglicherweise mit Listerien verunreinigt sein könnten. Gemüse sollte stets gut gewaschen und ebenso wie Fleisch ausreichend erhitzt werden.